Für eine grüne Insel ist sie eigentlich ganz schön blau eingefärbt: In Irland sorgen der Ozean, die Flüsse und die Seen für ordentlich farbliche Konkurrenz zu den Weiden. Und ob es nun an der Weite des Meeres liegt oder an der steten Strömung der Gewässer, bei den BesucherInnen wird bei diesem Anblick der Wunsch geweckt, Tag für Tag weiterzuziehen und die Landschaften der Destination kennenzulernen. Gut, mangelt es nicht an ausgedehnten Wegen an den verschiedenen Ufern.

Im wilden Westen

Wer am längsten unterwegs ist, bekommt auch am meisten zu sehen. Auf den «Wild Atlantic Way» trifft dies sicherlich zu. An der Westküste der Insel führt diese Strasse nämlich auf über 2500 Kilometern dem Ozean entlang – perfekte Bedingungen, um Irland mit dem Mietauto, dem Wohnmobil oder per Fahrrad zu entdecken. Als guter Ausgangspunkt bietet sich etwa die Stadt Cork im Südwesten an. Von hier aus ist bald einmal Brow Head erreicht, von wo aus sich Irlands höchster Leuchtturm auf einem Felsen im Atlantik sichten lässt.

Und es geht weiter in nördlicher Richtung: Ein Highlight des «Wild Atlantic Way» sind danach die Steilklippen, die immer wieder am Strassenrand auftauchen. Die Cliffs of Moher beispielsweise ragen ganze 214 Meter aus dem Wasser. Schafft man es doch, sich von der magischen Aussicht über die Klippen zu lösen, kann man beispielsweise Richtung Donegal weiterfahren – mit Halt im weltbekannten Surfspot Sligo. Immer noch nicht genug vom Roadtrip-Feeling? Die Fahrt auf der Küstenstrasse lässt sich in Nordirland problemlos verlängern, nämlich mit der angrenzenden «Causeway Coastal Route».

Bizarr: die Säulen des Giant’s Causeway. © Tourismus Irland, Chris Hill

Rund um die Halbinsel

Apropos weite Wege an der Küste: Wer grüne Hügel und schroffe Steinformationen lieber zu Fuss erreichen möchte, findet in Irland auch die passenden Fernwanderungen und Tagestouren. Im Südwesten umrundet zum Beispiel der «Beara Way» auf 260 Kilometern eine Halbinsel in den Countys Cork und Kerry. Ob man nun eine Teilstrecke oder gleich die neuntägige Gesamttour absol-viert, immer wird die Route ihrem Namen gerecht. «Beara» steht im Dialekt nämlich für Küstenfelsen, und die finden Wandernde am Festland gleichermassen wie bei einem Abstecher zu den vorgelagerten Inselchen.

Eine andere spektakuläre Weitwanderung beginnt bei den hohen Klippen von Slieve League bei Donegal: Die 123 Kilometer des «Appalachian Trails» lassen sich ebenfalls in neun Tagesetappen bewältigen, doch auch kurze Abschnitte wie der «Glencolmcille Drum Loop» sind bereits empfehlenswert. Und erneut schliesst sich Nordirland mit einer weiteren Wanderoption an: Der «Ulster Way» zieht sich über ganze 1000 Kilometer und wartet mit Highlights wie den 40’000 Basaltsäulen des Giant’s Causeway und den Sperrin Mountains weiter im Landesinneren auf.

Per Boot lassen sich Flüsse und Seen erkunden. © Tourismus Irland, Jonas Fellenstein

Auszeit auf dem Shannon

Und wenn wir schon bei langen Touren im Landesinneren sind: Die «Hidden Heartlands» abseits des Atlantiks sind ebenfalls von einem dichten Wegnetz geprägt. Und klar könnten BesucherInnen einfach die Wanderschuhe anbehalten und zum Beispiel entlang der «Blueways » Moore, Wälder und Nationalparks durchschreiten. Andererseits trifft man hier auf Schritt und Tritt auf Seen und Flüsse. Da drängt sich schon der Gedanke auf, die Region gleich per Schiff zu durchfahren. Für Hausbootferien ohne Führerschein bietet sich dabei besonders der Shannon an: Der längste Fluss Irlands hält 250 schiffbare Kilometer bereit. Am Ufer wechseln sich Weiden und pittoreske Dörfer ab, und abends lassen sich Orte wie Banagher oder Athlone als Ankerplatz nutzen.

Noch gemütlicher wird es, wenn die Hobby-Kapitäne über den Shannon-Erne Waterway das nordirische Seengebiet erreichen. Über hundert kleine und überwiegend unbewohnte Inseln dienen den Passagieren dort als abgelegene Rückzugsorte in der Natur. Denn wenn schon die Strömung auf dem See stockt, kann man die Weiterreise auf dem Wasserweg ja getrost um ein paar Stunden vertagen, oder?

www.ireland.com