Das Land am Bosporus, das eine Fläche von 783’562 km² mit sieben klimatisch ganz unterschiedlichen Regionen aufweist, blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Die türkische Archäologie» aus förderte so bereits zahlreiche kulturelle Schätze zutage, die etwa Auskunft über das Leben im römischen, beziehungsweise byzantinischen Reich geben. Auf einer besonderen archäologischen Reise lassen sich die bekanntesten Gladiatoren-Städte der Römerzeit erkunden; Anatolien war massgeblich an der Verbreitung der Gladiatorenkultur beteiligt. In Ephesus, einer der bedeutendsten Städte des Altertums, welche den Tempel der Artemis, eines der sieben Weltwunder beherbergte, fanden die ersten Gladiatorenkämpfe statt. Heute zählt Ephesus mit seinem Theater und den Ruinen des Stadions zum UNESCO-Weltkulturerbe. Wandmalereien verweisen auf die mutigen Kämpfer vergangener Jahrhunderte. Eine Stunde nördlich erfahren Wissensdurstige in der Küstenstadt Izmir im Ephesus Museum mehr über den Alltag der früheren Bewohner von Ephesus; Öllampen und Grabsteine mit Gladiatorendarstellungen holen das römische Reich in die Gegenwart.

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Hierapolis Kulturschätze sind gut erhalten. © GoTürkiye

Ein Kampf mit Regeln

In Hierapolis, der «Heiligen Stadt» und heutigen UNESCO-Weltkulturerbestätte, sind zahlreiche Ruinen gut erhalten. Im Hierapolis-Museum finden sich Zeugnisse von Gladiatorenkämpfen wie Inschriften und Darstellungen, die nahelegen, dass die Spiele mit Regeln abgehalten und von Schiedsrichtern in der Stadt beaufsichtigt worden waren. Experten vermuten, dass sich daraus auf eine «Gladiatorenorganisation» schliessen lasse. Hierapolis grenzt an die Pamukkale-Travertinen in Denizil, die ebenfalls zum Weltkulturerbe zählen – bereits im Altertum nutzten die Menschen die warmen unterirdischen Thermalquellen. Durch die kalkhaltigen Quellen haben sich hier über Jahrtausende Kalksteinterrassen gebildet. Beim Schwimmen im türkisfarbenen Thermalbecken gleitet der Blick über das weite Land und die anatolische Hügellandschaft, die sich am Horizont erhebt.

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Das alte Theater von Hierapolis. © GoTürkiye

Sporthalle und Altersresidenz

Zwei Autostunden weiter südöstlich lässt sich die ehemalige Stadt Stratonikeia, «Stadt der Gladiatoren», in Muğla erforschen, welche einst die grösste Sporthalle der Antike errichtete: Hier trainierten die Gladiatoren und brachten ihre Kampfkünste zur Vorführung. Auch ihr Leben nach der Pensionierung sollen die Helden im Zentrum verbracht haben. Stratonikeia gilt ausserdem als grösste Marmorstätte der Welt.

Ebenfalls für seine Marmorbrüche bekannt ist Aphrodisias in Aydın. Der Name der Stadt ging aus dem Aphrodite-Kult hervor. Gemäss der griechischen Mythologie ist Aphrodite die Göttin der Liebe, der Schönheit und der sinnlichen Begierden. Die Stadt brachte eine umfangreiche Marmorindustrie hervor, bekannt war sie für ihre Bildhauer-Schule. Die Dimension der damaligen Gladiatorenkämpfe lässt sich auf beeindruckende Weise bei einem Besuch des sehr gut erhaltenen Stadions erahnen – ein Wunderwerk der antiken Bautechnik, das seinesgleichen sucht. Bis zu 30’000 Zuschauer sollen hier einst auf den steinernen Sitzreihen Platz genommen haben. Sogar die Tunnel, welche die Gladiatoren in die Arena führten, sind erhalten geblieben.

Ormana liegt am Fusse des Taurusgebirges. © GoTürkiye

Knopfhäuser und wild lebende Pferde

Wem nach so vielen archäologischen Eindrücken und komprimierten Jahrhunderten der Kopf schwindelt, findet knapp 500 Kilometer südöstlich im Dorf Ormana, am Fusse des Taurusgebirges in der Provinz Antalya, einen Hort der Ruhe. Das Dorf wurde von der Welttourismusorganisation in die Liste der «World’s Best Tourism Villages 2024» aufgenommen. Ormana ist ein altes Yörük-Dorf, der Sammelname für diverse Volksstämme, die heute hauptsächlich im südlichen Anatolien leben und hanafitische Sunniten sind. In einem Knopfhaus-Hostel lässt sich in der Abgeschiedenheit der anatolischen Bergwelt die typisch authentische Architektur studieren.

Die Knopfhäuser bestehen nur aus Steinen und Hölzern, wobei Zedern- und Teerbäume einen Holzrahmen bilden, welche die Steine halten. Die dicken Wände sorgen im Winter für Wärme und im Sommer für eine kühle Raumtemperatur. Ausserdem reagieren die Steine flexibel auf Bodenschwankungen. Die lokalen Kaffeehäuser versprühen einen authentischen Charme. Die osmanische Moschee erzählt von der Geschichte der Region. Bei einem Besuch der lokalen Weinberge lässt sich der lokale Ziegenkäse zusammen mit Trauben auf der Zunge zergehen. Im September findet ausserdem das jährliche Traubenfest statt.

Der grosse See in der Altınbeşik-Höhle bei Ormana. © GoTürkiye

Mystische Höhlenlandschaft

Neben Tierbeobachtungen, Fotosafaris und Höhlenwanderungen lädt die Region auch zum Trekking ein. Die Altınbeşik-Höhle mit ihren Travertin-, Stalaktiten- und Stalagmitenformationen verzaubert mit dem grössten unterirdischen See der Türkiye so wie vielen kleinen Seen und einem Wasserfall. In Booten tauchen die Gäste in diese mystische Höhenlandschaft ein. Ein Höhepunkt für alle Tierfreunde bildet die Eynif-Ebene auf der historischen Route der Seidenstrasse. Hunderte von wilden Yılkı-Pferden jagen auf der Ebene mit wehenden Mähnen dahin. Wem es in Ormana zu ruhig wird, gelangt schliesslich in zweieinhalb Stunden nach Antalya, in die türkische Hauptstadt des Tourismus an der «Türkisküste». Da lässt sich wunderbar entspannen und von den untergegangenen Reichen träumen.

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